Donnerstag, 12. März 2009

Je demande satisfaction

Hallo Welt, liebe Freundinnen und Freunde der singenden Musen!

Seit Mai des vergangenen Jahres erlebe ich förmlich so etwas wie eine Neugeburt, wobei Phönix aus der Asche nur ansatzweise das widerspiegelt, was sich in meinem Kopfe an kreativen Ergüssen zusammenbraut, um sich mit sanfter Gewalt mittels Füller und Tinte einen bleibenden Wert zu verschaffen. Die Oper ist es, die seit meiner frühsten Jugend einen durchaus beherrschenden Platz in meinem Leben einnimmt. Mein musikalischer Ausgangspunkt war Mozart. Beethoven erschien mir damals viel zu modern. Inzwischen hat sich gottlob mein musikalischer Horizont erheblich erweitert und als Musiklehrer war ich stets im Dienst der guten Sache, bin eigentlich immer im Dienst, auch wenn ich mich aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Schulleben verabschieden musste.
Seit Mai 2008 bin ich als "Chevalier d'Honneur" im unermüdlichen Einsatz für Leben und Werk jenes fulminanten Komponisten, der im September 1791 in der Nähe von Berlin geboren wurde. 1864 starb er in Paris. Er wurde in einem Sonderzug der ersten Klasse nach Berlin überführt und liegt begraben auf dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee. Er war der Schöpfer der Grand Opéra und beherrschte über Jahrzehnte die Oper in Europa und über alle Grenzen hinaus. Seine Hauptwerke sind "Il crociato in Egitto", "Robert, le diable", "Les Huguenots" und "L'Africaine". Geboren als Jacob Liebmann Meyer Beer nannte er sich später Giacomo Meyerbeer. Ein Weltbürger der Musik, ein Kosmopolit, der mindestens vier Sprachen fließend sprach. Heute ist er zu Unrecht der Vergessenheit anheim gefallen, doch nicht so ganz und so bin ich im unermüdlichen Einsatz für diesen großartigen Komponisten.
Im Dezember 2008 weilte ich für einige Tage in Paris, um auf seinen Spuren zu wandeln. Er hatte keinen festen Wohnsitz, logierte meist in Hotels oder Pensionen. Er hatte das große Glück, finanziell unabhängig zu sein. Ein komponierender Millionär, dabei aber immer bodenständig und fest verwurzelt in seinem Glauben. In Paris führte mich mein erster Weg zur alten Oper, dem Palais Garnier. Dort sind große Komponisten mit Lebensdaten nebst ihren Köpfen zu bestaunen. Meine Erstaunen war in indes sehr groß, als mein suchendes Objektiv feststellen musste, dass das Geburtsdatum von Meyerbeer falsch ist. Über 140 Jahr ist dies nicht aufgefallen oder hätte gar interessiert. Inzwischen hat Mme Christine Albanel, die französische Kulturministerin, einen gepfefferten Brief meiner Wenigkeit erhalten, handschriftlich und auf französisch, worin ich unmissverständlich meine große Empörung ob dieses falschen Geburtsdatums zum Ausdruck brachte. Ihre Antwort war freundlich in dem Sinne, dass "man" das Ganze weiterleiten wolle. Der schickt der Herr den Jockel aus und ich trage es mit männlicher Gelassenheit. Ein Blog ist neu für mich. Hier möchte ich über sein Leben und Werk schreiben, Kontakte knüpfen, Begeisterung wecken. Es ist an der Zeit, dass in Berlin endlich ein Denkmal für Giacomo Meyerbeer errichtet wird. 1913 gab es schon einmal solch eine Initiative, die aber dann im Sande verlaufen ist. Mein Schreiben hier und an dieser Stelle wird feuilletonistisch sich entwickeln, wobei ich auf die Ergebnisse selber schon sehr gespannt bin.
Dies mein erster Blog vom 12. März 2009. An diesem Abend halte ich meinen ersten Vortrag über Giacomo Meyerbeer.